Von Lutz Hübner
Eine Band probt für einen wichtigen Auftritt, der ihren Durchbruch bedeuten kann. Die Band, das sind Nellie, Cora und Tina und die beiden Männer John und Danny. Tina macht die ganze Organisationsarbeit und den Einkauf, Johnny hat Starallüren und stellt sich, wenn es Ernst wird, wie ein Vollidiot an, Cora verspielt sich ständig, Danny überspielt seine Einsamkeit und Verletzlichkeit mit notorischer Witzelei. Und Nellie kommt immer zu spät in den Bandkeller - nobody is perfect.
In letzter Zeit hat Nellie immer häufiger Probleme, die Proben durchzustehen. Sie ist unkonzentriert und braucht Pausen. Eines Tages bricht Nellie zusammen und muss ins Krankenhaus. Diagnose Gehirntumor, unheilbar. Die Band steht vor einer Zerreißprobe.
Gezeigt wird, wie vier junge Leute um ihre Musik, um den Zusammenhalt der Band, um Freundschaft und Beziehung und um das Leben ihrer Freundin Nellie kämpfen - wie sie versuchen, weiter zu leben. Johnny, der eigentlich mit Nellie zusammen ist, schläft mit ihrer besten Freundin Cora. Tina übernimmt Nellies Part als Sängerin. Nach ihrer Gehirnoperation kommt Nellie wieder. Aber sie packt es nicht mehr, die Stimme und die Texte sind weg.
Lutz Hübner konfrontiert seine fünf Charaktere mit einer Situation, die ihnen keine Fluchtmöglichkeit lässt und die sie zur Auseinandersetzung mit der eigenen Hilflosigkeit zwingt. Vor Cora, Tina, John und Danny steht plötzlich ein todkranker Mensch. Sie lügen, wenn Nellie fragt, wie sie aussieht. Der Umgang mit dem Unfassbaren muss erst erlernt werden. Wann aber ist der Punkt erreicht, an dem man die Karten offen auf den Tisch legen muss, wie definiert sich Freundschaft im Angesicht des Todes?
Regie: Boris Alexander Knop
"Autor Lutz Hübner hat ,Nellie Goodbye' mit einer Gewissensfrage nach der nächsten gespickt, ohne das Stück zu überladen. Drummer Danny, stark gespielt von Jonas Vietzke, gesteht Nellie seine Begierde, obwohl die erstens todkrank und zweitens mit Jonny zusammen ist. Der wiederum will Nellie eigentlich beistehen, landet schließlich aber mit ihrer besten Freundin Cora (Sonia Hausséguy) im Bett. Und Tina (Anja Carolin Pohl) springt als Sängerin ein.
Mit Blick für die Qualität des Textes ist Regisseur Boris Alexander Knop eine überzeugende Inszenierung gelungen. Seine Idee, eine echte Rockband einzubeziehen, verleiht dem Geschehen den nötigen Drive und lädt die Szenen zusätzlich auf." (Westfälische Nachrichten)
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