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Des Esels Schatten

Am 15.05.2008, 19:30 Uhr
Musik von Richard Strauss, instrumentiert und ergänzt von Karl Haussner
Text von Hans Adler nach Christoph Martin Wielands Roman "Die Abderiten"
Eine Kooperation der Städtischen Bühnen mit der Westfälischen Schule für Musik

Richard Strauss (1864-1949) komponierte sein letztes musikalisches Bühnenwerk "Des Esels Schatten" (1947-49) für die "Buben" des Klostergymnasiums Ettal, wo sein jüngster Enkel zu dieser Zeit selbst Schüler war. Der Direktor des Gymnasiums wünschte sich "die Aufführung musikalisch hoch stehender Stücke durch die Schüler selbst". Was liegt also näher, als diese Komposition in einem solchen Projekt in Münster gemeinsam auf die Bühne zu bringen. Christoph Martin Wielands IV. Buch "Der Prozess um des Esels Schatten" aus seinem satirischen Roman "Geschichte der Abderiten" (1774-80) bildet die Grundlage für Strauss' Komödie mit Musik. Ort der Handlung ist Abdera in Thrakien im 5. Jahrhundert vor Christus. In Abdera, dem antiken Schilda, trug sich folgende Begebenheit zu: Ein Zahnarzt mietet sich einen Esel samt Treiber, um einen benachbarten Markt aufzusuchen. In der Mittagshitze will er rasten und ein wenig im Schatten des Esels ausruhen, aber: "So haben wir nicht gehandelt!" protestiert der Besitzer des Esels und fordert für die Inanspruchnahme des Schattens eine zusätzliche Entlohnung. "Der Schatten geht mit dem Esel, das versteht sich" ist die Meinung des Arztes und er verweigert die Extrabezahlung. Die Gegensätze sind unüberwindlich, kleiner Anlass große Wirkung: der Streit geht vor Gericht, zieht immer weitere Kreise, schlägt immer höhere Wellen. Die höchsten Priester mischen sich ein, die Einwohnerschaft der Stadt Abdera ist gespalten. Esel oder Schatten? Wer bekommt Recht? Der Streit um des Esels Schatten droht das gesamte Gemeinwohl Abderas in Gefahr zu bringen...

Christoph Martin Wieland (1733-1813) nutzt das Motiv von den Schildbürgern der Antike zu einer "idealisierten Komposition der Albernheiten und Narrheiten des ganzen Menschengeschlechts, besonders unserer Nation und Zeit". So entsteht eine Geschichtsdichtung, die mit ironischem Witz Unvernunft, Gewinnstreben, und Korruption ebenso kritisch beleuchtet, wie die oft unheilige Allianz von Justiz, Politik und Religion.

Musikalische Leitung: Peter Meiser
Regie: Markus Kopf

"Die Inszenierung des gut einstündigen Singspiels durch Markus Kopf ist für die ganze Familie gedacht, auch kleinere Kinder sollen das Geschehen mitverfolgen können." (Münsterländische Volkszeitung)

"Die lustig inszenierte Geschichte um Unvernunft, Starrsinn und Korruption spielt in wunderschön ausgeleuchteter antiker Kulisse. Regisseur Markus Kopf lässt aber keinen Zweifel an der Zeitlosigkeit der Satire aufkommen. Seine Anleihen an die Neuzeit reichen vom Bild-Zeitung lesenden Eseltreiber über den gewerkschaftlich organisierten Schuster bis hin zum Anwalt, der, vor seinem Laptop sitzend, jeden Vergleich im Keim erstickt: ,Prozessieren Sie! Nur Mut!'" (Echo Münster)

"Viele zauberhafte Gags sind Markus Kopf und seinem Regieteam für Strauss' süffisante und höchst aktuell wirkende Satire eingefallen. Köstlich die Liga der Frösche, die untergründig ein Quak-Konzert vom Jugendorchester bekommt. Gespielt wird in flottem Tempo, und das nicht nur auf der Bühne. Das Orchester - es präsentiert zum achten Mal sein Projekt - hat ein absolut passendes Stück gefunden, Peter Meiser dirigiert die jungen Akteure und entlockt ihnen Präzision, höchste Konzentration - und einen Strauss-Klang, der immer wieder überraschend nach Richard Wagner klingt. Und mit dem Einsatz von Opernchor und Mitgliedern des Schauspiel-Ensembles wird auch diesmal wieder der spartenübergreifende Aspekt betont. Schließlich auch noch - wie im richtigen Opernleben - ein Premierenausfall: Kim Schrader sang den Antrax vom Bühnenrand aus, während der erkältete Thomas Stückemann stumm seine Rolle spielte. Auch das funktionierte fabelhaft." (Westfälische Nachrichten)


Sonderspielstätte
Neubrückenstraße 63
Münster
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